Chronik

Im Jahre 1897 tat sich eine Gruppe von Männern zusammen und ging zur Gemeinde mit der Bitte um Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Die angeforderten handgeschriebenen Satzungen wurden sodann vom Gemeinde-Ausschuss in der Sitzung am 13. 10. 1897 genehmigt. Die Satzungen enthielten 24 Paragraphen. Am 16. 10. 1897 war nun das Ansuchen mit fünf Beilagen (Satzungen) an die hohe k. k. steiermärkische Statthalterei in Graz eingelangt. Die K. K. Statthalterei Depart IV mundierte es am 26. 10. 1897 und gelangte am 29. 10. desselben Jahres in die Registratur. Das Ansuchen bekam die Zahl 31887-1897. Sodann kam die Genehmigung zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oberrakitsch mit Sitz in Oberrakitsch (politischer Bezirk Radkersburg).

Bei der Gründungsversammlung am 6. 1. 1898 wurde Herr Felix Sixt zum Hauptmann gewählt, welcher bis 1918 im Amt war. Unter der Führung von Felix Sixt wurden drei Fahrräder, zwei Handdruckspritzen, zwei Trompeten und ein Sanitätskasten angeschafft. In dieser Zeit wurde auch das Rüsthaus im Ausmaß von 8 m x 8 m errichtet. Nachdem die Gründungsspritze doch etwas zu wenig Leistung brachte, wurde um die Jahrhundertwende (1900) eine größere Handdruckspritze mit Pferde zu bespannen und für 12 Leute zum Pumpen angekauft.

Hauptmann Felix Sixt überlebte den 1. Weltkrieg und übergab nach 21jähriger Tätigkeit an Herrn Karl Sixt. Da in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkrieges wenig Geld vorhanden war, konnte auch nicht viel angekauft werden. Unter Karl Sixt wurden dennoch einiges in Angriff genommen. Die Feuerfalle, eine vom Mühlgang abgehende Schleuse wurde gebaut, um das Wasser in den Dorfgraben abzuleiten. Ebenso errichtete man im Dorf Wassersperren, um im Brandfall das Wasser aufzustauen. Drei dieser Sperren waren bis zur Dorfgrabenänderung im Jahre 1976 vorhanden. Auch hatte man mitten im Dorf beim Anwesen Moarwagner (Tuchschaden) neben dem Bach ein Wasserreservoir geschaffen und mit Holz abgedeckt.

Nach Karl Sixt, welcher neun Jahre Hauptmann der FF Oberrakitsch war, wurde 1927 Herr Johann Kohlroser sen. zum Hauptmann gewählt. Seine Amtsperiode währte bis zum Jahre 1945. Diese waren auch die finanziell schwierigsten Jahre für die Feuerwehr Oberrakitsch. Johann Kohlroser (Vater) konnte trotz der Wirtschaftskrise der 30er Jahre und den Kriegsjahren 1939-1945 die Zuteilung für eine Zweitakt-Einheitspumpe (1943) erwirken und die Pumpe ankaufen.

1945 folgte Herr Franz Stoisser als Wehrhauptmann. In seiner neunjährigen Tätigkeit wurde, der ganz aus Holz erbaute Steiger-, bzw. Schlauchtrocknungsturm aus Sicherheitsgründen abgetragen und durch einen gemauerten Schlauchturm ersetzt.

Danach nahm Herr Franz Lukas (Schneidermeister) für drei Jahre den Hauptmann an. Sein Schwerpunkt, wie könnte es auch anders sein, war die Bekleidung. In den Nachkriegsjahren blieb gerade für die Uniform und Einsatzbekleidung kein Geld übrig, denn es galt ja vorher, jenes Material nachzukaufen, das während des Krieges verloren ging. HBI Franz Lukas tat dies in uneigennütziger Weise und sorgte bis vor kurzem noch dass alle Knöpfe angenäht sind.

Die Jugend drängte nach und so wurde bei der Wehrversammlung am 6. 1. 1958 Herr Johann Kohlroser (Sohn) zum Kommandanten gewählt. Der Drang war da, denn es stand an, ein Auto zu kaufen, und so wurde noch im selben Jahr ein VW-Bus gesegnet. Und ein Jahr später also 1959 eine Pumpe VW-Automatik 75 in Betrieb genommen. In seiner 28jährigen Tätigkeit wurde auch das Rüsthaus zweimal umgebaut, und das TLF 1000 von der FF Halbenrain gekauft. HBI Johann Kohlroser stellte eine Reihe von Wettkampfgruppen auf und war auch lange Jahre selbst in der Altersgruppe dabei.

Im Jahre 1975 holte HBI Johann Kohlroser auch Medizinalrat Dr. Erwin Dorn in die Reihen der FF Oberrakitsch. Med.Rat. Dr. Erwin Dorn war 16 Jahre Mitglied und verstarb 1991 in Salzburg.

HBI Johann Kohlroser übergab nach schwerer Erkrankung 1988 an HBI Karl Jauschnegg.

Gemeinsam mit allen Feuerwehrkameraden unserer Wehr, den Dorfbewohnern, dem Land Steiermark, sowie der Gemeinde Eichfeld, konnten wir im Juni 1998 zum Hundertsten Geburtstag ein neues Rüsthaus segnen und beziehen. Somit gingen wir nach 100 Jahren FF Oberrakitsch, mit dem neuen Feuerwehrhaus in das nächste Jahrtausend. Wir haben nun einen würdigen Bau, mit sanitären Einrichtungen, einer Werkstatt, Heizung und Schulungsraum. Bisher hatten wir alles in allem einen Raum, mit zwei Toren, 9 m x 9 m, ohne Wasser, ohne Heizung, ohne Schreibtisch. Unter seiner Führung wurde auch das Kleinlöschfahrzeug VW LT35 angekauft.

Im Jahre 2004 übernahm HBI Andreas Tuchschaden sen. die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Oberrakitsch. In seiner 10 Jährigen Amtszeit fällt der Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges TLF A 1000, einer neuen Tragkraftspritze Rosenbauer Fox und ein neues Mannschaftstransportfahrzeug MTF VW Allrad.

Im Jahr 2014 wurde einstimmig FM Erich Kröll zum neuen Hauptbrandinspektor gewählt. In seiner bisherigen Amtszeit fällt der Ankauf des neuen Tragkraftspritzenanhängers TSA 750. Beim Florianifrühschoppen 2014 wurde MTF mit TSA 750 incl. Pumpe der Bestimmung übergeben. 2015 wurde eine zweite Sirene im Dorf installiert.

„Gut Heil“